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This article was written on 17 Mai 2013, and is filled under Challenges.

Über Wiederholung zur Gewohnheit

Cora Smits (die Gründerin von Kessels & Smit, The Learning Company) hat einst die weisen Worten gesprochen: „Es bedarf 40 Tage, bis ein Verhalten zur Gewohnheit wird.“ An anderen Stellen begegnen mir 30-days-challenges (s. unter anderem dieser inspirierende TED Talk von Matt Cutts). Hm, dachte ich mir, warum nicht ausprobieren, ob dies ein Weg sein kann, kleinere oder größere Aspekte in meinem (Arbeits-)Leben zu verändern.

So habe ich über das letzte Jahr verschiedene Dinge ausprobiert: Eine Yoga-Übung direkt nach dem Aufstehen. Einen grünen Smoothie zum Frühstück. Jeden Tag eine Aktivität zu einem bestimmten Arbeitsthema. Ein tägliches Foto. Meine email-Zeiten auf 3x eine halbe ChallengesStunde am Tag fokussieren (eine challenge, die ihren Namen wirklich verdient hat!).

Dabei habe ich für mich vier zentrale Punkte gelernt:

  1. Struktur ist wichtig
    Für mich funktionieren Verhaltens-Änderungen am besten, wenn ich mir selbst dafür vorab eine Struktur gebe. Dinge, die einen klaren Zeitpunkt in meinem Tagesablauf bekommen, werden am ehesten zu Routine. Der grüne Smoothie als erste Mahlzeit am Tag. Das funktioniert seit inzwischen über einem halben Jahr hervorragend.
  2. Tätigkeit sehr konkret definieren
    Ich hake gerne To dos auf Listen ab. So habe ich gelernt, mir meine 40-days-challenges so konkret zu definieren, dass ich nicht nachher sagen kann: „Hm, ja, das habe ich ja schon irgendwie gemacht, kann man schon so sagen. Ist okay, habe ich gemacht.“ Kein befriedigendes Gefühl. Ein ganz klares Ja oder Nein, nichts anderes gilt.
  3. Inhalte für die challenges kommen von ganz allein
    Ich setze mich nicht vor ein leeres Blatt Papier und überlege, was ich mir als nächste Herausforderung vornehme. Die challenges entstehen auf verschiedene Wege. Entweder mir begegnet etwas und ich denke mir: „Ha, das wäre doch mal spannend, das auszuprobieren.“ Oder mir fällt etwas auf, was ich an meinem Verhalten gerne ändern will – zum Beispiel im Winter nicht so häufig erkältet sein und mehr Vitamine zu mir nehmen? Mal den grünen Smoothie zum Frühstück testen. Manchmal entsteht die Inspiration auch durch Artikel, in denen ich mich wiedererkenne – wie zum Beispiel diesen hier.
  4. Und last but not least:
    Es muss etwas sein, was mir entweder Spaß macht oder bei dem mich das mittelfristige Ziel motiviert. Eine challenge nur um der challenge willen wird zur bloßen Disziplin-Übung.

Nun höre ich den einen oder die andere denken: „Mensch, wenn da eine challenge nach der anderen dazu kommt, da ist ja am Ende jeder Tag von vorne bis hinten durchstrukturiert!“ Nein. Es gibt durchaus challenges, bei denen ich schon innerhalb der 40 Tage merke, dass sie organisatorisch nicht in meinen Tag passen. Oder dass sie vielleicht für 40 Tage nett sind, aber darüber hinaus mir nicht viel geben. Oder dass ich schlicht und ergreifend eigentlich gar keine Lust darauf habe. Und dann lasse ich sie nach 40 Tagen wieder. Aber die 40 Tage versuche ich, durchzuhalten. Erst danach zeigt sich, ob gerade mal mein innerer Schweinehund das Sagen hatte oder ob es wirklich nicht zu mir und meinen Tagen passt.

Das Schöne daran ist: So manches taucht trotzdem punktuell wieder auf. Die Yoga-Übung zum Tagesbeginn zum Beispiel war irgendwie überhaupt nicht meins. Aber wenn ich beruflich auf Reisen bin und keine Gelegenheit habe, Sport zu treiben, ertappe ich mich dabei, dass es das Erste ist, was ich nach dem Aufstehen tue. Daraus ist also kein alltägliches Verhalten geworden. Aber es ist eine Bereicherung in den Zeiten, in denen mir der Sinn danach steht.

 

Frauke Schmid-Peter

Frauke Schmid-Peter, Organisationsberaterin und Coach, schreibt hier in unregelmäßigen Abständen darüber, welchen Blick man auf Arbeit auch einnehmen kann und wie man diese zum Positiven verändern kann.

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One Comment

  1. Frauke Peter
    8. Juli 2013

    […] kurzem habe ich hier über meine 40-Day-Challenges geschrieben – mein Art, Verhalten zu ändern und neue Gewohnheiten […]

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